Themenmonat Juli: Das Stadtklima
Das Klima in der Stadt – also das Stadtklima – ist anders als im Umland. Warum? Es gibt viel mehr Gebäude und Straßen. Außerdem gibt es mehr Wärmequellen, Schornsteine und Autos, die Luftschadstoffe ausstoßen. All diese Faktoren verändern zum Beispiel, wie warm es ist, wie viel es regnet oder schneit, wie stark der Wind weht und wie sauber die Luft ist.
Dieser Themenmonat erläutert Hintergründe und Lösungsansätze für ein besseres Stadtklima.
Infografik: Welche Faktoren beeinflussen das Stadtklima?
© Lone Thomasky / AMBER 2026. Bild herunterladen.
Warum ist das Klima in der Stadt anders?
Der Wärmeinseleffekt
Die Lufttemperatur innerhalb der Stadt ist meist höher als im Umland. Dies wird städtische Wärmeinsel genannt. Allerdings wirkt sich der Wärmeinseleffekt an jedem Ort ein bisschen anders aus, weil Städte sehr unterschiedlich aufgebaut sind. Es hängt davon ab, welche Materialien verbaut sind, wie breit die Straßen und die Abstände zwischen Gebäuden sind und wo es Grünflächen gibt (DWD, 2025).
Wir stellen im Folgenden die sieben Faktoren aus der Infografik vor, durch die sich das Stadtklima vom Umland unterscheiden kann.
1. Mehr Turbulenz
Verwirbelungen in der Luft werden Turbulenzen genannt. Diese entstehen in der Stadt zwischen Gebäuden, Bäumen, Straßenlaternen, Autos und vielem mehr.
2. Menschliche Wärmeproduktion
Die Wärme, die durch Abluft, Heizen/Warmwasser und weitere menschliche Aktivitäten entsteht, erhöht die Lufttemperatur in der Stadt. Da dies auf viel geringerem Raum passiert als im Umland, trägt es zur städtischen Wärmeinsel bei.
3. Mehr Schatten
Gleichzeitig spenden aber viele Gebäude Schatten, sodass es in Städten schattiger sein kann als im Umland.
4. Andere Windgeschwindigkeiten
Durch die zahlreichen Gebäude kann der Wind blockiert und verlangsamt werden. Somit erfolgt der Luftaustausch, also die Durchlüftung und Abkühlung der Stadt, langsamer als im Umland. Eine ungünstige Anordnung von Häusern kann jedoch auch einzelne Windkanäle entstehen lassen, in denen der Wind unangenehm stark weht.
5. Häufigere Reflexion von Sonnenstrahlen
Durch enger stehende Häuser in der Stadt wird Sonnenlicht in den Straßenschluchten mehrfach reflektiert und hat so mehr Möglichkeiten, in Wärme umgewandelt zu werden. Somit kann mehr Wärme in Städten gespeichert werden als im Umland.
6. Weniger Verdunstung
Weil Niederschlag in Städten oft über die Kanalisation abfließt, verdunstet weniger Wasser und die kühlende Wirkung der Verdunstung bleibt aus. Das erhöht den städtischen Wärmeinseleffekt. Zudem kann der Boden weniger Wasser speichern, da viele Flächen versiegelt sind und es weniger Pflanzen und Bäume gibt als im Umland. Die meist kühlende Wirkung der Vegetation fällt in der Stadt also geringer aus.
7. Mehr Luftschadstoffe
Schadstoffe werden in die Luft unter anderem durch den Verkehr und die Industrie abgegeben. Weil sich die Luft in der Stadt weniger durchmischt als im Umland, können sich Schadstoffe stärker anreichern.
Klima und Wetter – was ist der Unterschied?
Man sollte das Stadtklima nicht mit dem Wetter verwechseln: Das Klima ist das typische Wetter an einem Ort oder Gebiet über einen längeren Zeitraum, also der mittlere Zustand der Atmosphäre. Als Wetter hingegen wird bezeichnet, wie das Wetter jetzt gerade ist – zum Beispiel: sonnig, windig oder regnerisch, also der aktuelle Zustand der Atmosphäre. (Siehe DWD, 2025)
Wie sich der Klimawandel auf Städte auswirkt, ist lokal sehr unterschiedlich. Für Frankfurt (Oder) und Umgebung wird ein deutlicher Temperaturanstieg erwartet, der vor allem die Winter betrifft. Gleichzeitig treten längere und intensivere Hitzephasen im Sommer häufiger auf. Die Niederschläge verlagern sich stärker in andere Jahreszeiten, während das Frühjahr tendenziell trockener wird. Zudem nehmen starke Regenereignisse zu, bei denen in kurzer Zeit große Mengen fallen. Frost- und Eistage gehen zurück. (DWD, 2019; UBA, 2025) Durch die wärmeren Temperaturen verlängern sich die Vegetations- und Pollenflugzeiten, wodurch Pflanzen zwar länger wachsen können, gleichzeitig aber auch stärker unter Trockenstress leiden (Luschkova, 2022).
Wie kann das Stadtklima verbessert werden?
Zu einer gesunden und gerechten Mobilität in Frankfurt (Oder) und Umgebung gehört natürlich auch ein gutes Stadtklima.
Mehr Freiflächen
Für ein angenehmeres Stadtklima müssten mehr Freiflächen geschaffen werden, damit eine bessere Durchlüftung möglich ist (Lang und Pauleit, 2020). Der Luftaustausch führt dazu, dass sich die Stadt besser abkühlen kann und die Konzentration der Luftschadstoffe abnimmt (Maas, 1995). Zu Freiflächen zählen sowohl Wasser- als auch Grünflächen, die beide eine kühlende Wirkung haben. Insbesondere Grünflächen wie etwa Parks steigern zudem die Zufriedenheit der Menschen und produzieren Sauerstoff. Sie können Regenwasser aufnehmen und es bei Wärme verdunsten, was kühlend wirkt. Ähnliches gilt für die Dach- und Fassadenbegrünung, obwohl ihr Effekt auf das Stadtklima insgesamt eher gering ist. Wenn Regenwasser in der Stadt gespeichert wird – entweder direkt in Oberflächengewässern oder indirekt in Pflanzen – dann entlastet dies die Kanalisation und nützt zugleich dem Stadtklima. Wichtig ist das nicht nur für den Hitzeschutz, sondern auch, um bei Starkregen Überschwemmungen zu reduzieren (Lang und Pauleit, 2020; LfU Bayern, 2025; BAFU, 2018).
Auch bereits kleinere Freiflächen zwischen Gebäuden sind wirksam: Wenn Häuser weiter auseinander stehen, wird das Sonnenlicht nicht so oft zwischen den Fassaden hin und her reflektiert. Dadurch wandeln sich Sonnenstrahlen weniger in Wärmeenergie um (BAFU, 2018).
Weniger Asphalt
Asphalt ist grau und nimmt deswegen sehr viel Sonnenenergie auf. Je dunkler eine Farbe ist, desto mehr Wärmeenergie nimmt sie auf. Dadurch erhitzt sich eine Straße viel mehr als etwa ein Sandweg (Lang und Pauleit, 2020; Maas, 1995; BAFU, 2018; UBA, 2011). Eine Entsiegelung von Asphaltflächen könnte das Stadtklima verbessern. Es gibt auch Ideen, die Straßen weiß zu streichen und in einigen Städten wird dies schon ausprobiert – jedoch darf die Farbe nicht schädlich für die Umwelt sein, da sie aufgrund des Abriebs durch die Autos teils abgetragen wird und somit in die Umwelt gelangt (UBA, 2011; Hamburger Bildungsserver, 2025).
Weniger Autos
Auch parkende Autos können die Temperatur in der Stadt in die Höhe treiben: Der Innenraum der Autos heizt sich schnell auf, was auch zur Erwärmung der Stadt beiträgt. Zudem verringern sie durch die Inanspruchnahme der Fläche die Durchlüftung in der Stadt (Erhart, 2022). Autos tragen auch zur Erwärmung der Stadt bei, indem sie ihre Abwärme über den Auspuff oder die Heizwirkung der Motoren abgeben. Wenn Menschen also mehr mit dem ÖPNV, dem Fahrrad, zu Fuß oder mit dem Rollstuhl unterwegs sind, tun sie auch etwas Gutes für das Stadtklima (Lang und Pauleit, 2020; Hamburger Bildungsserver, 2025).
Mehr Bäume (meistens)
Bäume wirken unterschiedlich auf das Stadtklima: Sie sind im Sommer wichtige Schattenspender, produzieren Sauerstoff und reduzieren Feinstaub sowie Kohlenstoffdioxid. Sie tragen auch zu einem schönen Stadtbild bei. Wenn sie aber am falschen Standort stehen – nämlich in wichtigen Luftschneisen – kann ihr dichtes Blätterdach die Durchlüftung verschlechtern: Dann werden Luftschadstoffe nicht mehr so gut aus der Stadt getragen und die warme Luft kühlt schlechter ab. Ob Bäume aus der Stadt zu entfernen sind, damit sich die Luftschadstoffe besser austragen lassen, ist trotzdem fraglich, denn sie bieten zahlreiche Vorteile. Stattdessen könnten weniger Luftschadstoffe ausgestoßen werden (Siehe Lang und Pauleit, 2020; Maas, 1995; Fischer, 2022).
Veranstaltungstipps im Juli
17. Juni - 10. Oktober 2026 – Faire Interkulturelle Sommer (FIKS)
Vom 17. Juni bis 10. Oktober verwandelt der Faire Interkulturelle Sommer (FIKS) die Stadt Frankfurt (Oder) in eine Bühne für Vielfalt. Mehr als 30 Veranstaltungen laden zum Feiern, Staunen, Diskutieren und Genießen ein. Das Motto ist hierbei Programm: „Für Vielfalt, Fairness und eine solidarische Welt in Zeiten, die uns sonst oft trennen wollen.“
Mehr Informationen zum Programm.
3. Juli – Mental Health Workshop für Kinder & Jugendliche von 14.30 - 15.30 Uhr
Ein Safe Space für Mental Health:
Bei Stress im Schulalltag und Prüfungsangst, für einen achtsamen Umgang und für mehr Selbstbewusstsein und innere Stärke.
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11. Juli – Öffentliche Stadtführung
Die zweistündige Führung durch Frankfurt (Oder) und Słubice vermittelt interessante Einblicke in Kultur, Land und Leute.
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